Weniger Verbraucherinsolvenzen in NRW, Pleiten im Alter häufiger

Autor: Tareg

Das kürzlich von der Wirtschaftsauskunftei Bürgel vorgestellte „Schuldenbarometer 2014“ hielt eine Überraschung parat: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Privatinsolvenzen im vergangenen Jahr signifikant gesunken. Dennoch führt das größte Bundesland weiterhin das Privatpleiten-Ranking in Deutschland an – allerdings nur bei den absoluten Zahlen. Die meisten Pleiten je 100.000 Einwohner gab es im Norden.
Verbraucherinsolvenz

Laut einer umfangreichen Untersuchung der renommierten Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel hat es 2014 in Nordrhein-Westfalen (NRW) genau 28 390 Privatinsolvenzen gegeben – im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von immerhin 4,2 Prozent.

NRW mit den meisten Privatpleiten, bei Bevölkerungsdichte aber nur im Mittelfeld

Zwar liegt das bevölkerungsreichste Flächenland der Bundesrepublik Deutschland mit knapp unter 30.000 Privatpleiten nach absoluten Zahlen zwar auch 2014 mit deutlichem Vorsprung vor den anderen fünfzehn Bundesländern. Doch diese Zahlen relativieren sich schnell, wenn die hohe Bevölkerungsdichte mit einberechnet wird: Wer die Privatinsolvenzen je 100 000 Einwohner in NRW nachzählt, kommt auf vergleichbar überschaubare 162 Fälle.

Mit dieser Zahl rangiert NRW dem „Schuldenbarometer 2014“ zufolge bundesweit auf einem guten neunten Mittelfeld-Platz.

Schlechter sieht es hingegen in den nördlichen Ländern aus: Besonders häufig kommt es zu Privatinsolvenzen in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Die wenigsten Pleiten je 100.000 Einwohner verzeichneten wiederum Bundesländer aus Süd- und Mitteldeutschland: Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen.

Schulden-Probleme im Alter immer häufiger

Bei Personen, die 61 Jahre und älter sind, sehen die Zahlen allerdings allgemein nicht sehr rosig aus: Die Zahl der Privatinsolvenzen ist in dieser Bevölkerungsgruppe merklich angestiegen. Als eine Ursache nennt die Bürgel-Untersuchung das spürbar sinkende Rentenniveau. Ältere Menschen haben immer häufiger mit Finanzproblemen zu kämpfen und müssen sich einen Weg aus den Schulden suchen. Hilfe können sie dabei zum Beispiel auf schuldendirekthilfe.de finden.

Und diese Entwicklung werde sich langfristig nicht umkehren: Die Bevölkerungsgruppe, die sich im Alter mit finanziellen Problemen bewältigen muss, wird laut den Wirtschaftsexperten immer größer werden.

Deutschlandweit mussten im vergangenen Jahr insgesamt 115.269 Bürger einen Insolvenzrichter aufsuchen. Immerhin sind das 5,3 Prozent weniger als noch 2013.

Bürgel zufolge sind für diesen positiven Trend vor allem an die belebte Konjunktur und die niedrigen Arbeitslosenzahlen verantwortlich.


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